Ursprünglich gedachte man an Allerheiligen allen Heiligen und Märtyrern. Heute steht das Gedenken an die Toten im Mittelpunkt. Traditionell besuchen die Menschen ihre verstorbenen Verwandten zu Allerheiligen am Friedhof, schmücken die Gräber mit Blumen, zünden Lichter an und beten für sie.
Ein Brauch, der mit diesem Feiertag eng in Verbindung steht, ist der Allerheiligen-Striezel für die Kinder.
Das typische Gericht zum Fest gehört zum 1. November wie die Osterpinze zum Osterfest. Vielerorts wird ein selbstgemachter Striezel an die Taufkinder verschenkt, der eingeflochtene Glück- und Segenswünsche enthält.
Der eigentliche Brauch stammt jedoch aus der Antike. Damals wurden die Haare – also der geflochtene Zopf – als Zeichen der Trauer abgeschnitten. Mit der Zeit entwickelte sich aus diesem Ritual der geflochtene Germzopf. Lange Zeit wurden dem Brauchtumsgebäck sogar Zauberkräfte nachgesagt. Außerdem glaubte man, dass ein nicht aufgegangener Zopf für Unheil im nächsten Jahr sorgte.
Rezept für einen traditionellen Allerheiligenstriezel
Zutaten (2 Striezel):
750 g Weizenmehl
300 g Milch
120 g Butter
100 g Zucker
1 Würfel frische Germ
2 Eier
eine Prise Salz
60 g Rosinen (kann man weglassen)
1 Ei zum Bestreichen
Hagelzucker oder Mandelblätter zum Bestreuen
Zubereitung:
Die Milch in einem Kochtopf erwärmen bis sie lauwarm ist – nicht zu heiß, ansonsten verliert die Germ ihre Wirkung. Die Milch mit Zucker, Salz, Mehl, den zwei Eiern und der zimmerwarmen Butter (nicht flüssig!) in eine Rührschüssel geben. Die frische Germ in die Masse hineinbröseln und die Masse mit einem Knethaken für ca. 5 Minuten vermengen. Kurz vor dem Ende der Rührzeit können bei Bedarf Rosinen untergemengt werden. Wer möchte, kann diese vorher kurz in Rum einlegen. Den Teig aus der Schüssel nehmen und einmal kräftig durchkneten. Danach wieder zurück in die Schüssel legen und mit einem Geschirrtuch abdecken. Nun den Teig für ca. 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen. Ist der Teig gut aufgegangen, kann man ihn herausnehmen und nochmals mit der Hand durchkneten. Nun den Teig in acht gleich große Stücke teilen. Am leichtesten geht das, wenn man den gesamten Teig abwiegt und dann acht gleich schwere Stücke abtrennt. Die kleinen Teigstücke „rund schleifen“, dabei wird der Teig mit leichtem Druck mit der Hand auf einer bemehlten Unterlage gerollt, bis daraus eine glatte Kugel entsteht. Die Teiglinge nochmals kurz rasten lassen und dann zu länglichen Strängen ausrollen. Nun nimmt man vier Stränge und flechtet einen Zopf, dasselbe macht man dann mit den übrigen vier Strängen. Beide Striezel auf ein Blech mit Backpapier legen und nochmals für ca. 10 Minuten gehen lassen. Danach mit etwas Milch bestreichen und mit Hagelzucker oder Mandelblättern bestreuen. Jetzt kommen die Allerheiligenstriezel für ca. 25-35 Minuten bei ca. 170°C (Heißluft) in den Backofen.
Wir wünschen gutes Gelingen!



