Wenn das Wetter schön ist und ich Zeit habe, gehe ich gerne wandern.
Heute herrscht traumhaftes Wetter, Sonnenschein, keine Wolke ist am Himmel, ideale Bedingungen für meine Sonntags-Wanderung. Mein heutiges Ziel ist der Roßbrand – unser Hausberg zwischen Filzmoos, Radstadt und Altenmarkt.
Um 08.30 Uhr starte ich direkt bei meinem Haus – gegenüber der 4er-Sesselbahn - und wandere über den Dr. März Weg zum Roßbrandrücken. Über einen schmalen Steig, durch wunderschönen Wald, gehe ich rund 1,5 Stunden stetig bergauf, bis ich zu einer Lichtung komme. Hier genieße ich erstmals den herrlichen Ausblick auf Bischofsmütze, Rettenstein sowie das gesamte Dachsteinmassiv – einfach wundervoll diese Idylle. Nach kurzer Rast geht es weiter und in rund 20 Minuten erreiche ich den Roßbrandrücken – ein wunderschönes Hochmoor.
Bei der Weggabelung entscheide ich mich für den sogenannten Wurzelweg Richtung Moserscharte. Immer wieder eröffnen sich mir wunderschöne Ausblicke auf das Ennstal, die Niederen und Hohen Tauern und das Dachsteinmassiv. Damit man im Hochmoor nicht allzu sehr einsinkt, sind an den besonders nassen Stellen immer wieder Holzpflöcke mit Brettern (schauen aus wie liegende Leitern) in den Weg eingearbeitet. So ein Hochmoor ist wirklich etwas Besonderes. Ich entdecke wunderschöne Libellen, kleine Spinnennetze mit leuchtenden Wasserperlen, Latschen und Schwarzbeersträucher. Fasziniert bleibe ich vor einem Moorsee stehen. Mitten im See steht eine alte, abgestorbene Lerche, rundherum ist Wollgras, Libellen schwirren herum und die Sonne glitzert in den kleinen Wellen. Ich setze mich auf die Bank und versinke in eine Märchenwelt mit Feen, guten Geistern und Zwergen, die um mich herumschwirren. Nach meinen Träumereien kehre ich wieder in die Wirklichkeit zurück und wandere weiter Richtung Moserscharte.
Die Bergstation der Papagenobahn sowie die Schörgi Alm liegen etwas oberhalb meines Weges und wären in rund 5 Gehminuten leicht zu erreichen. Aber ich zweige bei der Moserscharte links ab Richtung Moosalm. Man könnte von der Moserscharte auch weiter zur Steinalm oder zum Mandlberggut gehen.
Kurz oberhalb der Moosalm, wenn man aus dem Wald herauskommt, erwartet mich schon wieder ein wunderschöner Ausblick auf Filzmoos, die Bischofsmütze, den Rettenstein und das Dachsteinmassiv.
Es ist Mittagszeit und ich verspüre etwas Hunger. Bei der Moosalm werde ich herzlich von der Hüttenwirtin Johanna und ihrer Zwillingsschwester Marlene begrüßt. Die beiden sind wirklich kaum auseinander zu halten, obwohl ich sie schon sehr lange kenne, muss ich immer wieder überlegen, wer vor mir steht.
Ich bestelle mir einen selbst gemachten „Schwarzbeersaft“ (Heidelbeersaft) und ein Schwammerl-Omelette mit grünem Salat – einfach köstlich. Obwohl ich schon sehr gesättigt bin, kann ich nicht widerstehen und esse auch noch eine Nachspeise, nämlich eine halbe Portion „Marillenknödel“ – also nur einen Knödel. Johanna macht die besten „Marillenknödel“, die ich jemals gegessen habe – so groß und flaumig – einfach ein Genuss.
Rundum zufrieden wandere ich den letzten Abschnitt hinunter nach Filzmoos. Ich nehme nicht den Stempelweg direkt in den Ort, sondern den Weg Richtung Oberhof, dann komme ich wieder fast bei meinem zu Hause heraus und meine Runde schließt sich.
Ein wunderschöner Sonntag mit Bewegung und viel Genuss liegt hinter mir. Ich kann nur sagen, wandern ist ein Elixier für Körper, Geist und Seele.
Tipp: Wem der doch ziemlich steile Anstieg auf den Roßbrand zu anstrengend ist, kann mit der Papagenobahn (Dienstag, Donnerstag und Samstag in Betrieb) hochfahren. Bei Betrieb der Papagenobahn hat zusätzlich auch die Schörgi Alm, direkt an der Bergstation gelegen, geöffnet.



