Mit Zwiebelschalen und Kräutern zum Kunstwerk
In meiner Familie hat das Ostereierfärben eine besondere Tradition. Erstens gilt, dass jedes Jahr am Gründonnerstag gefärbt wird. Zweitens sind einige Vorbereitungen zu treffen. Neben den Eiern und der Farbe müssen nämlich getrocknete Eier- und Zwiebelschalen sowie alte Feinstrumpfhosen bereit stehen. Außerdem werden die Kinder beauftragt Blumen und Kräuter zu sammeln. Liegen schließlich alle Utensilien am Küchentisch bereit, so freuen wir uns auf das gemeinsame Ritual.
Jedes Ei ein Unikat
Dann kann es endlich losgehen: Jedes Ei wird zunächst mit Essig eingerieben. Dann setzt man eine Blüte oder ein Blatt in die Mitte des Eies. Nun schneidet man ein Stück von der Feinstrumpfhose ab und legt das Ei mit dem jeweiligen Grün vorsichtig darauf. Wer mag kann jetzt noch ein paar Zwiebelschalen oder weitere Kräuter hinzugeben. Danach wickelt man das Ei komplett in den Strumpf und knotet beide offenen Enden mit einem Faden zusammen. So geht man mit allen anderen Eiern vor, die ein besonderes Muster erhalten sollen.
Speckschwarte für Glanz
Am Herd bereitet man dann die Farbe laut Anleitung zu. Wir färben immer mit der Warmwasser-Methode, da diese unserer Meinung nach die kräftigsten Farben erzeugt. Wer mag, der kann Zwiebelschalen auch in das Farbwasser geben, um zufällige Zusatzmusterungen zu kreieren. Mit Hilfe eines Löffels gibt man nun jedes Ei vorsichtig in den Topf und holt es nach der angeführten Einwirkzeit wieder heraus. Nun werden die Fäden aufgeschnitten und das Ei darf aus dem Strumpf gewickelt werden. Schließlich entfernt man die Motive und reibt das abgekühlte Ei mit Butter, Öl oder einer Speckschwarte ein. Am besten, man trägt bei diesen drei letzten Schritten Gummihandschuhe – sonst kann es sein, dass man die Eier schließlich mit bunt gefärbten Händen präsentieren muss.
In diesem Sinne viel Spaß beim Nachmachen und noch mehr Freude mit den kunstvollen Eierkreationen!



