Mit Hüttenwirtin Astrid auf der Bachlalm!
Am Fuße des Rötelsteins befindet sich die urige Bachlalm, die seit 2009 von Astrid Steiner geführt wird. Die Hüttenwirtin wird von einem tollen Team und ihrem Vater Georg unterstützt. Georg geht zudem einer besonderen Tätigkeit nach, denn er brennt jedes Jahr wertvolles Öl aus der Latschenkiefer. Wochen vorher sammelt er Latschenkieferzweige von der Kuhweide auf der Bachlalm in Ramsau am Dachstein ein, um diese schließlich in den Hacker zu werfen. Beim anschließenden Destillieren kommen die kleingehackten Latschenkieferschnitzel in ein spezielles Fichtenfass. Sie landen lose in dem Holzkonstrukt – ganz ohne Wasser. Dann setzt Georg dem Fass die abdichtende Glocke auf. Aus 80 bis 110 kg Hackgut erhält er rund ein Achtel Liter Destillat. Manchmal etwas mehr. Manchmal etwas weniger. Die ganze Prozedur dauert mehrere Stunden. Wenn Georg um 9 Uhr morgens mit dem Einfüllen und Heizen beginnt, wird bis ca. 16 Uhr destilliert. Dabei muss er den Ofen ständig heizen, damit Dampf vom Boden bis zur Decke des Fasses aufsteigen kann und das Hackgut durchströmt, um das ätherische Öl aus der Latschenkiefer herauszufiltern. Durch eine Wasserkühlung wird die Temperatur des Dampfes herabgesetzt, was bleibt sind Öl und Wasser, die langsam in das Auffangglas tropfen.
Heilsames Naturprodukt
Das Öl ist aufgrund des Pflanzenstoffes Chlorophyll zunächst schön grün. Nach etwa 14 Tagen verliert es die Farbe und wird glasklar. Der 68-jährige Georg brennt seit 2005 Latschenkieferöl. Am Anfang hat er dies auf gewerblicher Basis betrieben – mittlerweile stellt er das naturreine Öl nur mehr für den Eigenverbrauch her. Das heilsame Naturprodukt zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit und medizinische Wirkung aus und kann innerlich als Medizin und zur Inhalation bei Atemwegsproblemen angewendet werden. Es ist gut gegen Erkältungen, bei Lungenerkrankungen oder hilft als Einreibung bei Gicht, Rheuma und Nervenleiden. Manche Menschen verwenden es sogar bei diversen Hautkrankheiten oder als Badezusatz.
Schönster Platz & Murmeltiere
Das kleine Brennstüberl des Pensionisten befindet sich direkt neben der Bachlalm, die im Sommer von seiner Tochter Astrid bewirtschaftet wird. Georg bleibt sogar im Winter bei extremen Schneemengen auf der Alm. „Hier oben herrscht einfach eine wunderbare Ruhe, fernab von der ganzen Hektik und der modernen Welt lebt es sich am besten“, meint der gelernte Koch. Wer im Sommer auf die Bachlalm wandert, der hört bestimmt auch eines der zahlreichen zahmen Murmeltiere pfeifen. Auch diesen Sommer werden Astrid, Lebensgefährte Michi, Georg und das restliche Team der Bachlalm den ein oder anderen Besucher die Geschichte der Murmeltiere erzählen, die Öldestillation veranschaulichen oder die atemberaubende Bergwelt samt Torstein und Dachstein erklären. „Wir sind glücklich auf diesem schönen Fleckchen Erde leben zu dürfen. Die Bachlalm und unser traditionelles Wetterkreuz hinter der Hütte sind unser schönster Platz“, fügen sie abschließend hinzu.


