Das kleine Glöcklein, welches das Jesukindlein in der Kirche zu Filzmoos in der Hand hält, soll früher des Öfteren bei herannahenden Gewittern von selbst zu läuten begonnen und die Gewitter vertrieben oder zumindest unschädlich gemacht haben. Auch Taube ließen für sich das Glöcklein läuten und erlangten dadurch ihr Gehör zurück.
Später schrieb man die gleiche Kraft den zwei kleinen Kirchenglocken zu, sodass sich der „Zauberer Jaggl“, ein berüchtigter Wetterzauberer, darüber bitter beklagt haben soll, weil er seinerseits mit seinen Wettern in Filzmoos und Altenmarkt keinen Schaden anrichten könnte. „Fahr i“, so sagte er, „über d’Höll aufi, so brüllt, ma schon da groß‘ Altenmarkter Hund (die große Altenmarkter Glocke) entgegen; fahr i nach der Fritz anhi (hinein), so befern ma die kloan Filzmooser Bellerl (Glöcklein) entgeg’n.“
Die im Jahre 1703 angekaufte große Filzmooser Glocke soll anfänglich einen viel schöneren Klang gehabt haben als die große Altenmarkter Glocke. Deshalb gönnten die Altenmarkter diese den Filzmoosern nicht und wollten sie um jeden Preis für sich haben. Als sie aber diese Glocke den Filzmoosern stehlen und mit dieser über die Höll (ein Hügel vor Eben) hinauffahren wollten, konnten sie die Glocke nicht einmal mit zwölf Pferden hinaufbringen und spannten deshalb zusätzlich sechs Paar Ochsen davor. Aber auch dies nutzte nichts. So mussten sie denn die Glocke doch den Filzmoosern überlassen. Im Unmut und Zorn darüber schlugen sie Nägel in die Glocke, sodass diese dadurch ihren schönen Klang einbüßte. Sie hörte sich nun an „wie ein zerbrochener Häfen“.
Quelle: „Filzmoos – Überliefertes und Erlebtes“ von Christian Salchegger sen., Oberhofbauer, Eigenverlag, 1996



