Ein Feiertag, der für Verwirrung sorgt
Am 8. Dezember wurde Maria, die Mutter Jesu, empfangen. Der katholische Feiertag wird aber oftmals mit der Empfängnis Jesu verwechselt. Der Geschichte nach konnten Marias Eltern, Anna und Joachim, lange Zeit keine Kinder bekommen. Daraufhin ging Joachim für 40 Tage in die Wüste um zu fasten und zu beten, während Anna im Gebet in Jerusalem blieb. Dann erschien Joachim ein Engel, der ihm mitteilte, dass er und Anna ein Kind erwarten würden. Freudig lief er nach Jerusalem zurück und traf Anna vor dem Tempel, an der „Goldenen Pforte“. Der Moment, als sich die beiden glücklich in die Arme fielen, wird als „Maria Empfängnis“ bezeichnet. Maria ist also „unbefleckt empfangen“ worden und somit frei von jeglichem Makel der Erbsünde.
Der 8. Dezember ist von Seiten der Kirche der Tag der Empfängnis Marias und wurde auch als „Verhohlener Frauentag“ bezeichnet. Damit wollte man zum Ausdruck bringen, dass dieser Marientag im Hintergrund zum großen Frauentag Maria Himmelfahrt steht.
In Österreich hat dieser Feiertag am 8. Dezember eine lange Tradition, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückgeht. In der NS-Zeit wurde der Feiertag abgeschafft. Nach Ende des Krieges kam es durch eine von 100.000 Österreicherinnen getragene Unterschriften-Aktion zur Wiedereinführung des Feiertages. 1955 beschloss der Nationalrat, dass der 8. Dezember wieder als Feiertag begangen werden soll – als Dank für die wiedererlangte Freiheit Österreichs.