Ein Wirtshaus war früher das wichtigste Kommunikationszentrum eines jeden Dorfes. Dort wurde Politik gemacht. Jeden Sonntag nach dem Kirchgang wurden dort alle örtlichen Ereignisse besprochen und dabei ein Lüngerl (Beuschel) oder eine Würstlsuppe und nicht zu vergessen einige Halbe Bier konsumiert!
Eine solche Stätte war auch das Wirtshaus in Filzmoos.
„Häusl und Gärtl“ im Jahre 1604
Das Wirtshaus, heute als Hotel Bischofsmütze bekannt, zählt zu den ältesten Häusern von Filzmoos. Erstmals erwähnt wurde die Einlagezahl 7 mit der Bezeichnung „Häusl und Gärtl“. Diese Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1604.
Mit einer ausgestellten Urkunde im Jahre 1689, wurde die Errichtung einer Taverne in Filzmoos durch den regierenden Erzbischof Johann Ernst gestattet. Besitzer des damals einzigen Gasthauses von Filzmoos war Joh. Christian Pergleitner.
Die Urkunde besagt jedoch nicht, ob an diesem Platz neu gebaut oder ob einem bereits bestehenden Objekt das Tavernenrecht verliehen wurde.
In der Tavernenurkunde stand auch, dass das Wirtshaus „mit ehrlichen Leuten“ zu besetzen sei und dass der Hofkammer „jährlich zwo Gulden Willengeld und pro Hochzeit dem Gotteshaus 45 Kreizer“ abzuliefern seien.
Noch ein paar interessante Details:
-1695 wurde das Tavernenrecht an fünf Filzmooser Bauern verkauft.
-Nach einigen kleineren baulichen Verbesserungen wurde das Wirtshaus im Jahre 1903 umgebaut.
-1920 wurde dem Wirtsanwesen der Name „Bischofsmütze“ gegeben.
-1945 erfolgte die Beschlagnahme durch die amerikanische Besatzungsmacht. Ende des Jahres wurde das Haus in äußerst schlechtem Zustand wieder zurückerstattet.
-Im Laufe der Zeit wechselte das Wirtshaus viele Besitzer und es wurden viele Erneuerungen durchgeführt.
-2007 kaufte Familie Mayr (Hotel Hanneshof) das Hotel Bischofsmütze.
Seither befindet es sich im Besitz der Familie Mayr und ist Teil des Hanneshof-Resorts.