Die mystischen Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönig sind eine Zeit der Reinigung, des Wandels und des Neubeginns. Diese Rituale regen uns dazu an, Rechenschaft über das alte Jahr abzulegen und uns Gutes fürs neue Jahr zu wünschen.
In den ländlichen Gebieten ist es auch heute noch Brauch, in diesen Nächten die Häuser, Wohnungen und Ställe mit duftenden Kräutern und Weihrauch auszuräuchern. Dadurch bittet man um Glück und Segen für das kommende Jahr.
„Rachn geh“ heißt es bei uns…
An den Raunächten legt man Glut in eine gusseiserne Räucherpfanne und streut Weihrauch und fein zerhackte Kräuter darüber. Dann geht die ganze Familie durchs Haus, von Raum zu Raum. Meist der Vater mit der Räucherpfanne voraus, gefolgt von Mutter und Kindern, die Weihwasser bei sich tragen und mit einem Tannenzweig im Haus verteilen. Nach dem Räuchern ist es üblich einen Rosenkranz zu beten, einige machen dies aber auch schon während des Räucherns.
Dieser Brauch dient der Reinigung, soll positive Energien ins Haus strömen lassen und böse Geister vertreiben. Früher wurde vor allem mit Wacholder, Rosmarin, Salbei oder Thymian geräuchert, aber die wohl bekanntesten und beliebtesten Räucherstoffe sind Weihrauch und Myrrhe. Fest steht jedoch, dass das Räuchern bestimmter Kräuter und Harze Emotionen und Stimmungen beeinflusst und gleichzeitig das Immunsystem stärkt.
Diese Raunächte (24./25. Dezember, 31. Dezember/01. Jänner und 05./06. Jänner) gelten als ganz speziell. Der Volksmund sagt, dass die Tiere im Stall in diesen besonderen Nächten sprechen können. Außerdem sollte man in diesen Nächten weder Wäsche noch Fleisch aufhängen, da dies Unglück bringt.